Warum ist Erste Hilfe bei Kindern anders?
Kinder haben einen kleineren Körper, schmalere Atemwege und reagieren anders auf Notfälle als Erwachsene. Die Grundprinzipien der Ersten Hilfe bleiben gleich, aber Techniken und Dosierungen müssen angepasst werden.
Die häufigsten Notfälle bei Kindern
1. Verschlucken / Fremdkörper in den Atemwegen
Der häufigste Notfall bei Kleinkindern. Symptome: plötzliches Husten, Würgen, Atemnot, blaue Lippen.
- Bei effektivem Husten: Zum Husten ermutigen. Nicht klopfen!
- Bei Säuglingen (unter 1 Jahr): 5 Schläge auf den Rücken (zwischen die Schulterblätter), dann 5 Brustkompressionen.
- Bei Kindern (über 1 Jahr): 5 Rückenschläge, dann 5 Heimlich-Handgriffe (Oberbauchkompressionen).
2. Fieberkrämpfe
Symptome: Zuckungen, verdrehte Augen, Bewusstlosigkeit bei hohem Fieber. Häufig bei Kindern zwischen 6 Monaten und 5 Jahren.
- Kind nicht festhalten oder in den Mund greifen.
- Gegenstände aus dem Umfeld räumen (Verletzungsgefahr).
- Nach dem Krampf: Stabile Seitenlage und Notruf 112.
3. Verbrennungen und Verbrühungen
Heißer Tee, Herdplatte, Bügeleisen – Verbrühungen sind die häufigste Unfallursache bei Kleinkindern.
- Betroffene Stelle sofort 10–20 Minuten unter fließendes, lauwarmes Wasser halten.
- Kein Eis, keine Salben, keine Hausmittel auftragen.
- Bei großflächigen oder tiefen Verbrennungen: Notruf 112.
4. Reanimation bei Kindern
Die Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Kindern unterscheidet sich:
- Zuerst 5 Beatmungen (bei Kindern ist Sauerstoffmangel häufiger die Ursache).
- Drucktiefe: Ca. 1/3 des Brustkorbs (bei Säuglingen mit 2 Fingern, bei Kindern mit einer Hand).
- Danach Rhythmus 30:2 wie bei Erwachsenen.
Wichtige Tipps für Eltern & Erzieher
- Bewahre Ruhe – Kinder spüren Panik und werden dadurch noch ängstlicher.
- Lerne Erste Hilfe – regelmäßige Auffrischung gibt Sicherheit.
- Halte den Verbandkasten und die Giftnotruf-Nummer (030-19240) griffbereit.