Wann ist ein Druckverband nötig?
Ein Druckverband wird bei starken, pulsierenden Blutungen angelegt, bei denen einfaches Abdrücken nicht ausreicht. Er erzeugt gleichmäßigen Druck auf die Wunde und stoppt die Blutung.
Material
- Sterile Wundauflage (aus dem Verbandkasten)
- Druckpolster (z.B. noch verpackte Mullbinde oder gefaltete Kompressen)
- Fixierbinde (elastische Binde)
Anleitung in 4 Schritten
Schritt 1: Wundauflage auf die Wunde
Lege eine sterile Wundauflage direkt auf die blutende Stelle. Nicht reiben oder verschieben.
Schritt 2: Wundauflage fixieren
Wickle die Fixierbinde 2–3 Mal um die Gliedmaße, um die Wundauflage zu befestigen.
Schritt 3: Druckpolster auflegen
Lege das Druckpolster (z.B. verpackte Mullbinde) genau über der Wundauflage auf die Wunde.
Schritt 4: Fest umwickeln
Wickle die Binde straff über das Druckpolster. Der Verband muss fest sitzen, aber die Durchblutung nicht vollständig abschnüren. Prüfe: Die Finger/Zehen sollten noch warm sein und sich bewegen lassen.
Wichtige Hinweise
- Einen Druckverband nie öffnen, auch wenn er durchblutet. Stattdessen einen zweiten darüber wickeln.
- Bei Blutungen am Hals: Keinen Druckverband anlegen (Erstickungsgefahr)! Stattdessen mit der Hand drücken.
- Immer den Notruf 112 wählen bei starken Blutungen.
Im Online-Kurs lernen
In Modul 3 unseres Erste Hilfe Kurses lernst du Wundversorgung, Druckverband und den Umgang mit verschiedenen Verletzungsarten. Reanimation und stabile Seitenlage sind ebenfalls Teil des Kurses.